Die starken Niederschläge am vergangenen Wochenende haben das umfassend sanierte Regenrückhaltebecken (RRB) am Dülmener Weg im Odenthaler Ortsteil Erberich erstmals auf die Probe gestellt – mit positivem Ergebnis. Die Anlage hat das anfallende Regenwasser wie vorgesehen zurückgehalten und kontrolliert an den Erbericher Bach abgegeben. Der zeitweise deutlich sichtbare Wasserstand im Becken ist dabei kein Zeichen einer Fehlfunktion, sondern ausdrücklich gewollt.
In den vergangenen Monaten wurde das bestehende Regenrückhaltebecken am Dülmener Weg einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Ziel der umfangreichen Baumaßnahme war es, die Funktionsfähigkeit der in die Jahre gekommenen Anlage wiederherzustellen und sie für zukünftige Herausforderungen, insbesondere bei starken Niederschlagsereignissen, zu ertüchtigen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 850.000 Euro leistet die Gemeinde Odenthal damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der örtlichen Entwässerungsinfrastruktur sowie zum Hochwasser- und Gewässerschutz.
Wasser im Becken? Genau so soll es sein!
Die ergiebigen Regenfälle am vergangenen Wochenende sorgten dafür, dass sich das sanierte Regenrückhaltebecken zeitweise deutlich mit Wasser füllte. Dieser sogenannte Einstau führte bei einigen Anwohnerinnen und Anwohnern zu Fragen hinsichtlich der ordnungsgemäßen Funktion der Anlage.
Hier kann Entwarnung gegeben werden. Wie Ehssan Bagherzadeh, zuständiger Projektleiter der Gemeinde Odenthal, erläutert:
„Das Regenrückhaltebecken hat bei den Niederschlägen am vergangenen Wochenende genau das getan, wofür es vorgesehen ist. Der zeitweise sichtbare Wasserstand ist dabei kein Zeichen einer Fehlfunktion, sondern ausdrücklich gewollt.“
Das Becken nimmt bei stärkeren Regenereignissen das anfallende Niederschlagswasser aus dem Bereich des Schlehdornwegs und des Dülmener Wegs vorübergehend auf. Über eine Drosseleinrichtung wird es anschließend kontrolliert in den Erbericher Bach eingeleitet. Die begrenzte Abflussmenge ist eine wesentliche Vorgabe der wasserrechtlichen Genehmigung. Sie dient dazu, plötzliche Abflussspitzen zu reduzieren und damit sowohl den Hochwasserschutz als auch den Schutz des Gewässers zu unterstützen.
Warum war früher kaum Wasser im Becken zu sehen?
Dass sich nun sichtbar Wasser im Becken sammelt, mag für einige Anwohnerinnen und Anwohner zunächst ungewohnt sein. Schließlich war ein vergleichbarer Einstau bei der alten Anlage in der Vergangenheit kaum zu beobachten. Ein Indiz dafür, dass das stark sanierungsbedürftige Becken seine ursprüngliche Rückhaltefunktion nicht mehr zuverlässig erfüllen konnte. „Es ist davon auszugehen, dass Niederschlagswasser teilweise unkontrolliert über den nicht mehr ausreichend dichten Beckenboden versickerte oder durch Undichtigkeiten im Dammbereich an der vorgesehenen Drosseleinrichtung vorbeifloss“, so der Projekteiter. Die grundlegende Sanierung hatte daher insbesondere das Ziel, diese Funktionsdefizite zu beheben und eine geregelte Rückhaltung und Ableitung des Niederschlagswassers wiederherzustellen.
Abschließende Arbeiten bis Ende November vorgesehen
Auch wenn die Anlage ihre wesentliche Funktion beim jüngsten Regenereignis bereits erfolgreich unter Beweis gestellt hat, stehen noch einige Restarbeiten aus. Hierzu gehört insbesondere die Montage eines Schutzgitters, eines sogenannten Rechens, vor dem Auslaufbauwerk. Dieser soll verhindern, dass angeschwemmtes Material den Ablauf verstopft und die ordnungsgemäße Funktion der Drosseleinrichtung beeinträchtigt.
Die ausstehenden Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende November abgeschlossen werden. Im Anschluss erfolgt die endgültige Abnahme der Baumaßnahme.
Mit der umfassenden Sanierung des Regenrückhaltebeckens am Dülmener Weg investiert die Gemeinde Odenthal nachhaltig in eine leistungsfähige Infrastruktur. Der erste Belastungstest zeigt bereits jetzt, dass sich die Maßnahme bewährt und die Anlage ihre wichtige Funktion für den Hochwasser- und Gewässerschutz wieder erfüllt.


